SEGELKAFFEE - RADELKAFFEE

Bäckermeister Björn Wiese, Thomas von SLOKOFFIE und Bobby aus dem Globus (von links) vor der Abfahrt in Hamburg.

Fair und bio produziert. Klimaneutral verschifft. Schonend geröstet. Das ist zuende gedachte Kaffee-Wertschöpfung. Thomas und Maik von SLOKOFFIE in Bremen haben diese Kette aufgebaut und organisieren derzeit den Abverkauf ihrer ersten 20 Tonnen Segelkaffee. Ja, Segelkaffee. Sie haben die 20 Tonnen nämlich mit dem Segelschiff aus Honduras nach Hamburg verschifft. Torsten Pelikan vom Globus hat diesen Kaffee nun auch in seinem Sortiment - im neuen Unverpackt-Regal.

 

Seine Mitarbeiter Bobby und Christian haben gemeinsam mit Bäckermeister und Lastenrad-Fahrer Björn Wiese Radelkaffee draus gemacht und die duftende Ware von Hamburg nach Eberswalde gebracht. 40 Kilo auf zwei Lastenrädern. 380 Kilometer in drei Tagen.


Warum macht SLOKOFFIE das?

Thomas und Maik wollen Kaffeegenuss mit fairen Bedingungen im Herkunftsland und mit Umweltschutz auf See verknüpfen. Jedes Jahr kommen in Hamburg 40.000 Container mit Kaffee an. Auf Containerschiffen, die mit günstigem Schweröl fahren. SLOKOFFIE möchte zeigen, dass es auch anders geht. Ihr Transport mit dem Segelschiff AVONTUUR hat 90 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als ein herkömmlicher Kaffee-Transport.

Angekommen in Hamburg. Die Crew der AVONTUUR löscht 20 Tonnen Rohkaffee - verpackt in 290 Säcken. Ein einziger 20er Container auf einem Containerschiff fasst 18 Tonnen Kaffee. Ein Containerschiff lädt pro Stunde etwa 20 solcher Container - also 360 Tonnen Kaffee. Die Segelcrew hat die 20 Tonnen in vier Stunden geschafft. Von Hand. Foto: SLOKOFFIE

Die letzte Meile mit dem Lastenrad

Natürlich muss dann auch die so genannte "letzte Meile" - der Weg zum Kaffeetrinker - klimaneutral sein. Also auf nach Hamburg, 40 Kilo Kaffee einpacken und zurück nach Eberswalde. Torsten Pelikan wollte sich dafür den eHarry von Björn Wiese ausleihen. "Kannste haben", hat der gesagt. "Ich komme aber auch mit." Also ging noch ein zweites Lastenrad aus der Eberswalder Lastenrad-Flotte mit auf Kaffeefahrt.

Hin mit dem Zug - zurück mit dem Lastenrad

Hin- und Rückfahrt mit dem Lastenrad erschien den beiden zu zeitaufwändig. Fahren wir mit dem Zug und nehmen das Lastenrad mit, dachten sie. Kannste knicken, sagte die Bahn. In Fernzügen sind Lastenräder nicht erlaubt. Also mussten sie die Lastenräder mit DHL nach Hamburg liefern lassen. Nicht so richtig nachhaltig, wissen wir. Aber es ging nicht anders.

In Hamburg noch schnell beim Rösten zugeschaut

In der Maya Kaffeerösterei im Hamburg Hammerbrok hat das Radel-Team das Inhaber-Paar Birthe und Christian Haase getroffen. Von hier bekommt Torsten Pelikan einige seiner Kaffeesorten. Die beiden haben ihre schonenden Röstverfahren gezeigt und viel von ihrem Engagement in den Herkunftsländern erzählt.

Fahren, bis der Akku schlapp macht

Natürlich hat er einmal zu früh schlapp gemacht. Das war ja klar. Auf der zweiten Etappe war's - abends 21.30 Uhr. Zehn Kilometer vor dem Ziel. Muskelkraft war gefragt. Nach 175 Kilometern. Puh. Auf dem Rest der Strecke hatten die Lasten-Radler das mit dem Akku-Laden immer gut im Griff. Wenn der Akku Futter bekam, haben sie sich auch etwas Futter gegönnt. So hatten sie meistens eine gute Balance zwischen Anstrengung und Pausen.

Die Eberswalder Waldameise auf großer Fahrt. In Neustadt/Dosse übernimmt Christian (links) das Globus-Lastenrad. Bobby fährt mit dem Zug nach Eberswalde.

Von Honduras ins Unverpackt-Regal und ins Gustav

Donnerstagabend rollten Bäckermeister Björn Wiese und Christian vom Globus in die Stadt. Freitagvormittag konnten sie Torsten Pelikan seine Ware übergeben. Pünktlich zur Eröffnung seines neuen Unverpackt-Regals. Da thront der Segel-Radel-Kaffee von SLOKOFFIE nun ganz stolz. Und wer möchte, kann diesen hochwertigen, fair und bio produzierten, schonend gerösteten und klimaneutral transportierten SLOKOFFIE bald auch im Kaffeehaus Gustav genießen. Nach 9.380 Kilometern zwischen Honduras und Eberswalde.